Allein oder in der Gruppe reisen

Wenn man mit dem Motorrad außerhalb Europas reist, sind die Menschen oft sehr neugierig auf dich, sie wollen dich kennenlernen oder einfach nur einen Exoten betrachten. Willst du das lieber alleine, oder gemeinsam mit Freunden genießen?

Was sind die Vorteile und Nachteile, wenn man allein oder in der Gruppe unterwegs ist?

Alleine unterwegs

Wer alleine unterwegs ist, und nicht immer alleine sein will, der ist zwangsweise offener für neue Kontakte. Unterwegs trifft man öfters andere biker oder lernt andere Reisende kennen.

Man wird sich auch gerne mal mit anderen Reisenden zusammentun, um für eine Zeit lang gemeinsam zu reisen. Dies hat den Vorteil, dass man den potentiellen Partner für einen Reiseabschnitt so kennenlernt, wie er auf Reisen wirklich ist. Und wenn man keine große Erwartungshaltung an den anderen hat, kann man auch nicht so leicht enttäuscht werden.

Wenn man alleine unterwegs ist, ist es oft am Schwierigsten jemanden kennenzulernen an Orten, wo zu viele Touristen sind. Allerdings hat man wieder den Vorteil, dass man als Motorradfahrer interessant ist, und deswegen immer Leute da sind, die dich ansprechen.

Das Motorrad ist ein perfektes Mittel, um auch als nicht so kommunikativer bzw. introvertierter Mensch andere Menschen kennenzulernen.

Zu Zweit unterwegs

Alleine unterwegs zu sein hat den großen Vorteil, dass man ungebunden ist, man legt selbst das Reisetempo und die Route fest, man bleibt dort länger, wo es einem gefällt. Wenn man zu Zweit unterwegs ist, muss man öfters Kompromisse machen.

Und oft gibt es bei Reisen zu Zweit Probleme, die daher kommen, dass man auf Reisen – wenn man 24/7 zusammen ist – sich schnell gegenseitig nerven kann. Ich habe schon einige Paare kennengelernt, die zuvor Jahre lang zusammen waren, Freunde, die über Jahre die besten Kumpels waren, und nach 2 Wochen gemeinsam Reisen konnten sie nicht mehr miteinander reden.

Es gibt viele Situationen, die, wenn man alleine unterwegs ist, ein Problem sind, einen unsicher werden lassen, und einem oft die Freude am Reisen nehmen können. Wenn man aber zu Zweit in die selbe Situation kommt, lacht man darüber. Geteiltes Leid ist eben nur halbes Leid.

Alleine vs. zu Zweit

Vorteile, wenn man zu Zweit unterwegs ist:

  • einer kann Einkaufen gehen oder ein Hotel checken, während der zweite auf die Motorräder aufpasst
  • bei einem Unfall in einem entlegenen Gebiet kann der Unverletzte Hilfe holen, und sich dann um die Ausrüstung kümmern
  • man kann Ersatzteile und Werkzeug aufteilen
  • man kann Unterkünfte teilen, und so Geld sparen
  • eine Person wird eher überfallen als zwei
  • man kann Erlebnisse teilen
  • moralische Unterstützung bei Problemen

Mögliche Nachteile, wenn man zu Zweit unterwegs ist:

  • man muss Kompromisse eingehen
  • bei 24/7 kann es leicht zu Streitigkeiten oder sogar Feindschaft kommen
  • man muss auf das Reisetempo des Partners Rücksicht nehmen

Wenn man zu Zweit unterwegs ist, kann es eine gute Idee sein, wenn man sich einen fixen Zeitpunkt jede Woche ausmacht, an dem man sich zu einem Gespräch zusammensetzt, wo jeder sagen soll, was passt, und vor allem, was nicht ok ist.

Wenn man nur ausmacht, jeder soll sagen, wenn was nicht in Ordnung ist, dann wird vieles runtergeschluckt, und staut sich dann auf. Bei einem festen Termin tut man sich viel leichter, über sein Unbehagen zu sprechen. Meist sind es ja nur Kleinigkeiten, die den anderen extrem nerven, und die sich mit der Zeit zu den großen Problemen aufschaukeln.

Reisen in einer größeren Gruppe

In einer größeren Gruppe zu Reisen, kann ein toller Spaß sein. Ob einem das gefällt, ist sehr individuell. Der eine ist lieber alleine oder in kleiner Gruppe unterwegs, weil er so besser Land und Leute kennenlernen kann. Bei anderen stehen andere Motivationen im Vordergrund.

Ein eingefleischter Individualist wird selten in einer größeren Gruppe unterwegs sein – wiederum andere würden nie alleine Reisen wollen.

Intensiver erlebt man neue Länder und fremde Menschen, wenn man nicht in großer Gruppe unterwegs ist. Denn da ist für die meisten Einheimischen die Hemmschwelle viel größer, einen Kontakt aufzubauen.

 

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