Carnet de passage

Das Carnet de passage ist ein Grenz- bzw. Zolldokument.

Es wird benötigt, um in Ländern, mit denen die EU keine Zollabkommen haben, Fahrzeuge vorübergehend zollfrei einführen zu können.

Für den ausländischen Zoll ist das Carnet de passage eine Art Bürgschaft, dass das Fahrzeug wieder ausgeführt wird. Bei Nichtausfuhr werden die Zollforderungen aus der hinterlegten Bankbürgschaft bzw. Kaution beglichen.

Bei der Ausreise wird die ordnungsgemäße Ausfuhr vom Zoll entsprechend im Carnet vermerkt.

Jedes Blatt des Carnet besteht aus 3 Teilen. Der unterste Abschnitt wird bei der Einreise vom Zoll abgetrennt und einbehalten. Der mittlere Teil wird vom Zoll bei der Ausreise behalten. Und mit dem obersten Teil, der im Heft verbleibt, bestätigt dir der Zoll die ordnungsgemäße Ausfuhr.

Ausstellung des Carnet de passage

Das Carnet wird auf Antrag beim nationalen Automobilclub (zB ADAC in Deutschland, ÖAMTC in Österreich) ausgestellt.

Es wird dabei eine Bankbürgschaft oder Hinterlegung von Bargeld benötigt. Die Höhe ist abhängig vom Zeitwert des Fahrzeuges. Für Nichtrisiko-Länder beträgt die Kaution 100 % des Eintragungswertes, für Risikoländer (Auflistung weiter unten) 200 % des Eintragungswertes.

Also den Wert des Fahrzeuges eher gering angeben, aber nicht unrealistisch gering. Dein Ansprechpartner beim Automobilclub wird dich bei der Wertangabe unterstützen.

Gültigkeitsdauer des Carnet

Das Carnet de passage ist für ein Jahr gültig; und es kann für mehrere Länder eingesetzt werden.

Die Verlängerung um ein weiteres Jahr kann direkt beim heimischen Automobilclub beantragt werden, und sollte 6 bis 8 Wochen vor Ablauf erfolgen.

Die Verlängerung kann auch bei einem Automobilclub im Ausland erfolgen (was oft mühsam und aufwändig ist). Dieses im Ausland verlängerte Carnet darf dann allerdings nur für die Rückreise in die Heimat verwendet werden.

Kollektiv-Versicherung

Der ADAC in Deutschland bietet eine Kollektiv-Versicherung an.

Wozu wird so eine Kollektiv-Versicherung benötigt?

Wenn man das Motorrad nicht mehr aus dem Carnet-pflichtigen Land ausführen kann (zB weil Totalschaden nach Unfall, oder Diebstahl), dann muss die entsprechende Kautionssumme bezahlt werden. Dh bei Diebstahl verliert man nicht nur das Motorrad, sondern muß auch noch zusätzlich den zu Beginn der Reise festgelegten Zeitwert bezahlen. Und gegen diesen Schaden kann man sich mit der Kollektiv-Versicherung schützen.

Länder, in denen das Carnet de passage benötigt wird

  • in Asien: Bahrain, Bangladesh, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Japan, Kuwait, Nepal, Pakistan, Philippinen, Qatar, Singapur, Sri Lanka und Malaysia (in Malaysia sollte es auch ohne Carnet gehen)
  • in Afrika: Burundi, Kamerun, Kongo, Dijbuti, DRC, Ägypten, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Malawi, Nigeria, Senegal, Sudan, Tansania, Togo, Uganda, Süd-Afrikanische-Zollunion (Südafrika, Namibia, Botswana, Lesotho, Swasiland)
  • Australien
  • nicht benötigt wird das Carnet in:
    • Europa
    • Nord-, Süd- und Mittelamerika

Risikoländer sind (Kaution beträgt 200 % des Eintragungswertes):

Irak, Iran, Pakistan, Indien, Syrien, Libanon, Philippinen, Senegal, Kenia, Süd-Afrikanische-Zollunion

 

Hier geht´s weiter zu: Versicherungen für die Motorrad Weltreise