Emotionale Vorbereitung

Reisen ist eine Kunst, die man lernen muss!

Selbstbestimmt leben …

DU entscheidest täglich, was du tust. Kein Chef wird dir auf einer Weltreise sagen, was du zu tun hast.

Mit dieser neu gewonnenen Freiheit müssen viele erst mal lernen umzugehen. Niemand sagt dir, was du machen musst, wie es weitergeht … niemand hat einen Plan für dich. Du alleine musst deinen Plan entwerfen.

Lernen, Entscheidungen zu treffen – und die Konsequenzen zu tragen

Auf so einer Reise wirst du lernen, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die dir daheim abgenommen werden, werden hier zu einer täglichen Herausforderung. Du wirst lernen, auf deine Gefühle zu hören. Du wirst lernen, was für dich wichtig ist!

Auf einer Motorrad-Weltreise wirst du dich sehr weiterentwickeln. Du wirst ein neues Selbstvertrauen lernen. Organisationstalent, Flexibilität, Belastbarkeit, Umgang mit Menschen, Umgang mit dir selbst …. all dies wird sich während deiner Reise weiter entwickeln. Viel schneller und intensiver, als dies daheim geschehen würde.

Ängste überwinden

Man lebt auf einer Reise nicht viel gefährlicher als daheim. Die meisten Ängste kommen daher, weil man sich auf unbekanntes und unvertrautes Territorium wagt. Aber man lernt unterwegs schnell, mit neuen Situationen umzugehen. Man wird sensibler, selbstbewusster, und auch trickreicher.

Viele Menschen haben auch Angst davor, sich alleine auf ein solches Abenteuer einzulassen. Man wird unterwegs viele Menschen kennenlernen. Speziell als Motorrad-Weltreisender ist man sehr interessant für andere. Du wirst auch einige andere Motorrad-Reisende, Autoreisende, Auswanderer … unterwegs kennenlernen. Natürlich wird es Phasen geben, wo man sich alleine fühlt. Aber ich finde, dass auch diese Phasen wichtig und ein Bestandteil der Reise sein sollen, sie geben einem Zeit, all das Erlebte zu reflektieren.

Realistisch planen

Plane deine Reise, bereite dich vor, sei gerüstet für Eventualitäten … aber du wirst unterwegs sehen, dass vieles anders abläuft, als geplant. Neue Möglichkeiten tun sich auf, du bekommst neue Tipps, lernst Leute kennen …

All dies sind Dinge, die nicht geplant werden können. Es ist gut und wichtig, zu planen – aber folge dem Plan nicht zu strikt, sei flexibel.

Plane nicht zu viel

Wenn du länger unterwegs sein willst, dann wirst du auch lernen, dass man nicht immer effizient sein kann. Jeden Tag ein volles Programm, viele Kilometer abspulen, jede Menge Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten … irgendwann bist du am Ende deiner Aufnahmekapazität. Ein zu dicht gepacktes Programm macht bald keinen Spass mehr, und man hält dies nur begrenzte Zeit durch.

Lass dir Zeit, um nicht nur möglichst viel zu sehen (nicht: seen this, done that), sondern um die Eindrücke auf dich wirken zu lassen. Um zu fühlen – lass dir Zeit für Begegnungen mit neuen Menschen, für neue Landschaften, Kulturen, Freunde.

Es ist auch gut, auf längeren Reisen Auszeiten einzuplanen. Zeiten, wo man länger an einem Ort bleibt: mache einen Badeurlaub, besuche eine Sprachschule, arbeite bei einem Projekt als Freiwilliger mit …. Diese Auszeiten, quasi Urlaub vom Reisen, geben dir Zeit, wieder hungrig auf Neues zu werden, und die Reise wieder intensiver genießen zu können.

Plane dein Budget

Vor allem wenn du in tropischen Ländern unterwegs sein wirst, wird vieles günstiger sein als daheim. Man gewöhnt sich an die Preise, und viele Langzeitreisende werden unterwegs sehr sensibel, was Geld und Preise angeht. Da wird dann jeder Euro umgedreht, und um jeden Cent gefeilscht. Das passiert häufig Reisenden, die mit einem zu knappen Budget unterwegs sind. Vermeide diese Falle, werde nicht zum „cheap Charly“.

 

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