Gefahren und Sicherheit auf einer Weltreise

Viele Leute haben falsche Vorstellungen von der Sicherheits-Situation unterwegs. Sie sehen nur Gefahren, Probleme, Korruption, Diebe, Terroristen …

Wie sieht die Realität aus?
Wie kann man sich vorbereiten und vorbeugen?

Die mit Abstand meisten Menschen, welchen du unterwegs begegnen wirst, wollen dir nichts Böses. Sie werden nett zu dir sein, aufgeschlossen, neugierig, viele wollen dich kennenlernen – und sehen, was das für ein Typ ist, der eigenartig bekleidet und mit einem schwer beladenem Motorrad durch ihr Land reist.

Viele Menschen, vor allem in ärmeren Ländern, sind stolz, dich kennenzulernen. Und für viele bist du das Highlight der Woche.

Doch natürlich gibt es nicht nur nette Zeitgenossen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer zu werden?

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, unterwegs überfallen oder ausgeraubt zu werden?

In vielen Ländern der Dritten Welt, aber auch in der Ersten und Zweiten, gibt es viel Armut. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist groß, es gibt oft kein soziales Netz, Leute hungern … und du als Tourist bist unendlich reich!

Eine größte Gefahr ist Diebstahl: dass dir was vom Motorrad geklaut wird, ein Taschendieb dir die Geldtasche stiehlt, oder dass jemand etwas aus deinem Hotelzimmer mitgehen lässt.

Dass man brutal mit Waffengewalt überfallen wird, kann vorkommen. Manche Länder sind da etwas gefährlicher, wie z.B. einige lateinamerikanische Staaten. Und in manchen größeren Städten wie Rio, Johannesburg, Caracas oder andere, muss man besonders vorsichtig sein. Da heißt es, sich im Vorhinein zu informieren.

Wie schaut es mit Terrorismusgefahr aus? Die Wahrscheinlichkeit, dass du Opfer von Terroristen wirst, ist verschwindend gering. In einigen Gegenden der Sahara besteht die Gefahr, auch in manchen Gegenden Kolumbiens kommt es hin und wieder zu Entführungen (hier ist die Situation in den letzten Jahren viel sicherer geworden, wenn man gewisse Gegenden meidet). Pakistan stellt auch eine gewisse Gefahr dar, und Länder wie Afghanistan, Irak, Syrien oder Somalia werden wohl von den meisten von uns gemieden werden.

Leute, die in gefährliche Gegenden reisen, werden meist ungeschoren davonkommen. Das soll aber nicht heißen, nur weil andere dort waren, und nichts passiert ist, dass man unbesorgt ebenfalls dort hin reisen sollte. Denn das Risiko ist in solchen Ländern gegeben, und es ist meist eine Glückssache, ob was passiert oder nicht. Es wäre unverantwortlich, nur weil einem anderen nichts passiert ist, davon auszugehen, dass nichts passieren kann.

Darum gilt es, sich vorzubereiten, und potentiellen Gefahren aus dem Weg zu gehen.

Taktiken, um sich zu schützen

  • Tue alles, um nicht als leichtes Opfer angesehen zu werden.
  • Versperre dein Gepäck gut, und bring alles an deinem Motorrad so an, dass nichts schnell weggerissen werden kann.
  • Zeige Wertgegenstände nicht offen, z.B. Schmuck oder eine teure Uhr.
  • Protze nicht!
  • Schau und greife nicht immer nach deinen Wertgegenständen, um zu überprüfen, ob noch alles da ist. Denn damit zeigst du dem aufmerksamen Taschendieb genau, wo er was finden kann.
  • Habe für einen Überfall eine Geldtasche bereit, die du aushändigen kannst. Darin solltest du soviel Geld haben, dass der Angreifer zufrieden ist. Eventuell alte Kreditkarten rein – es soll nach viel aussehen, aber nicht zu viel sein.
  • Vermeide gefährliche Gegenden. Nachts alleine in gewissen Stadtteilen unterwegs zu sein ist eine Einladung, überfallen zu werden.
  • Nachts betrunken in finstere Bars zu gehen ist offensichtlich auch keine gute Idee. Überhaupt sollte man sich genau überlegen, wo man sich volllaufen lässt.
  • Vertraue niemandem zu leicht! (Betäuben durch von Fremden dargereichten Getränken)
  • Höre auf dein Gefühl: zelte nicht dort, wo du dich nicht wohl fühlst.

Sich und seine Eigentum unterwegs zu schützen, fängt mit einer guten Vorbereitung daheim an: Diebstahlschutz und Selbstverteidigung für unterwegs.

Nicht paranoid werden!

Soll man besser daheimbleiben, um gefährlichen Situationen aus dem Weg zu gehen?

Nein!

Denn wenn man gewisse Vorsichtsregeln einhält, und sein Hirn einschaltet, kann man die meisten gefährlichen Situationen vermeiden. Und man wird auf Reisen schnell ein Gefühl entwickeln für potentielle Gefahren, und dafür, welche Orte besser zu vermeiden sind.

Passieren kann immer was – aber das ist noch lange kein Grund, um paranoid zu werden!

 

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