Panamericana mit dem Motorrad

Die Panamericana durchzieht den amerikanischen Kontinent von Alaska bis nach Feuerland. Wer die Panamericana mit dem Motorrad abfährt, kommt durch alle Klimazonen, erfährt traumhafte Straßen durch Wüsten, über hohe Gebirge, entlang der Küste, durch interessante Städte und zu unterschiedlichen Kulturen. Diese Reise lässt keine Wünsche offen!

Papiere

Ein großer Vorteil beim Reisen auf der Panamericana ist, dass wir Europäer für kein Land weder ein Visum noch ein Carnet de passage benötigen. Und die Grenzübergänge sind, im Vergleich zu Asien und Afrika, recht einfach zu bewältigen.

In süd- und mittelamerikanischen Ländern erhält man beim Grenzübertritt ein temporary vehicle import permit (TIP). Dieses berechtigt dazu, mit dem Motorrad für eine gewisse Zeit im Land reisen zu dürfen. In Panama gilt es für einen Monat, in den meisten Ländern Zentral- und Südamerikas gilt es für 3 Monate, in Argentinien sogar für 8 Monate. Unbedingt zu beachten ist, dass man bei der Ausreise das TIP annullieren lässt, denn sonst kann es bei der erneuten Einreise Probleme geben.

An manchen Grenzübergängen kann auch nach der Bestätigung einer Gelbfieberimpfung gefragt werden.

Nordamerika

Die Panamericana beginnt im Norden Alaskas, an der Prudhoe Bay, und geht dann über Fairbanks nach Whitehorse, durch den Westen Kanadas, und dann durch die USA. Alaska und Kanada beeindrucken durch endlose Landschaften, durch Wälder, entlang von Flüssen und Seen, vorbei an Gebirgen.

Dann geht´s weiter durch den Westen der USA. Ein Paradies für Motorradfahrer. Perfekte Infrastruktur, gute Strassen, oft wenig Verkehr. Dazu traumhafte Landschaften, grandiose Küstenstrasse, sensationelle Nationalparks (Jahrespass besorgen). Übernachtet wird entweder im Motel, oder gecampt (empfehlenswert ist das Zelten in National Forests).

Mittelamerika

Durch Mexiko entlang von Küsten, durch bergige Landschaften, Besichtigung von Maya Tempeln, alte Kolonialstätte. In Mexiko gibt es schöne Strände, welche zu einem längeren Aufenthalt einladen.

Die Länder Zentralamerikas haben viele Highlights zu bieten. Leider sind einige der gefährlichsten Länder weltweit in Mittelamerika, zB. Guatemala, Honduras oder El Salvador. Dies sollte aber nicht von einer Reise abhalten, denn man kann ja die gefährlicheren Gegenden vermeiden, oder schnell durchfahren.

Darien Gap

Die knapp 30.000 km lange Panamericana wird zwischen Panama und Kolumbien durch den Darien Gap unterbrochen, eine Dschungel- und Sumpflandschaft, die fest in Banditenhand ist.

Es gibt 2 Möglichkeiten, hier weiterzukommen: mit dem Flugzeug von Panama nach Bogota in Kolumbien, oder Quito in Equador. Oder mit einer privaten Segelyacht von Colon in Panama nach Cartagena in Kolumbien. Die Fahrt geht über die San Blas Inseln, und dauert ca. 4 Tage. Seit kurzem gibt es auch eine RoRo-Fähre welche Panama mit Südamerika verbindet.

Südamerika

Die Fahrt durch Südamerika bietet alles: super Motorradfahren in unterschiedlichsten Landschaften: Hochgebirge der Anden, Wüsten, Dschungel, Strände, Steppen

Die Panamericana führt durch Kolumbien, Equador, Peru und Boliven, Chile und Argentinien bis nach Ushuaia. Die meisten fahren dann zurück nach Buenos Aires, von wo aus sie ihr Motorrad verschiffen.

  • Kolumbien: perfekt zum Motorradfahren. Tolle Strände, Berge und Dschungel. Viele Reisende bleiben in Kolumbien länger, als sie ursprünglich geplant hatten. Die meisten Gegenden gelten als sicher, aber in einigen Gebieten gilt es, vorsichtig zu sein, oder besser, diese zu meiden, da dort die Gefahr, Opfer eines Überfalls zu werden, groß ist. Am besten vor Ort über die gegenwärtige Situation informieren.
  • Equador, Peru, Bolivien: grandiose Bergstrassen über hohe Pässe, Inka-Stätten, alte Kolonialstädte, Vulkane …
  • Chile: Wüsten und Gletscher, Vulkane und hohe Berge, Wälder und Seen
  • Argentinien: durch die Pampas, die besten Steaks, die berühmte und abenteuerliche Ruta 40
  • Brasilien: relativ teuer. Highlights sind Rio, die Strände nördlich von Rio, die Iguaca-Fälle, das Amazonas Becken, Pantanal (das größte Savannen Feuchtgebiet der Erde)

Südamerika hat einen etwas zweifelhaften Ruf als gefährlicher Kontinent: Banditen, Entführungen durch Guerilleros und Abzocke durch korrupte Polizisten. In einigen großen Städten ist die Gefahr, Opfer von Kriminellen zu werden, nicht zu vernachlässigen. Aber diese Städte kann man ja auch vermeiden. Brasilianische Polizisten stehen in einem schlechten Ruf. Und manche Gegenden Kolumbiens sollte man auch eher meiden. Doch sollte all dies kein Grund sein, nicht in Südamerika zu reisen. Wie überall – die meisten Menschen sind dir gut gesonnen!

Videos von Motorradtrips durch Südamerika

Bild: Mit der XT600 in Guatemala