Wie lebt es sich auf einer Motorrad-Weltreise

Ich habe einige Motorrad-Langzeitreisende und Motorrad-Weltumrunder getroffen, und kein einziger sagte mir, dass er den Schritt, daheim alles hinter sich zu lassen und sich auf dieses Abenteuer einzulassen, bereut hat.

Was macht es aus – was ist das Besondere an diesem Leben als Motorrad-Nomade?

Mach dir keine zu große Sorgen über dies und jenes; unterwegs werden die meisten Sachen, über die du dir daheim Gedanken und Sorgen gemacht hast, selbstverständlich. Du wirst vertraut im Umgang mit neuen Situationen. Und du lernst schnell – irgendeinen Weg gibt es immer!

Wichtig ist, dass du Respekt für Menschen hast. Dass du nicht bewertest, und Bestätigungen für deine Vorurteile suchst, sondern dass du die Unterschiede akzeptierest, und deinen eigenen Horizont erweiterst.

Lerne zumindest ein paar Worte der jeweiligen Landessprache! Du wirst sehen, damit tust du dir viel leichter und öffnest Türen.

Langsame Annäherung

Durch die langsame Annäherung an ein neues Land (im Vergleich zu Leuten, die mit dem Flugzeug anreisen) passt man sich den neuen Gegebenheiten leichter an. Das fängt schon damit an, dass dein Verdauungstrakt Zeit hat, sich an die Nahrungsumstellung zu gewöhnen. Du kannst dich langsam der neuen Kultur, Gebräuche und Umgangsformen anpassen.

Man lernt auch Handeln, also um Preise zu feilschen. Auch wenn man sich daheim in Europa unwohl fühlen würde, zu Handeln – unterwegs lernt man bald, wie das geht. In vielen Ländern ist es nicht eigenartig oder ungewöhnlich, zu Handeln; es ist etwas ganz Normales und wird auch so erwartet.

Negative Erscheinungen

Deine Stimmungen

Natürlich ist nicht alles positiv auf so einer Reise. Ganz im Gegenteil. Motorrad-Reisen ist ein sehr intensives Erlebnis. Und da gibt es auch mal Zeiten, wo du down bist. Es gibt Zeiten, wo du einfach mal eine Auszeit brauchst, um deine Batterien aufzuladen; Zeit, um all die neuen Eindrücke zu verdauen, und frei für Neues zu werden.

Nach einer gewissen Zeit kann sich auch eine gewisse Reisemüdigkeit einstellen. Plane Pausen und Auszeiten ein, bleibe mal länger an einem Ort.

Viele, die sich das erste Mal auf so eine Reise machen, planen zu viel. Versuche nicht, möglichst alles zu sehen – lieber etwas weniger, aber dafür richtig.

Von außen …

Behörden: Korrupte Polizisten, die dich eines Vergehens beschuldigen (zB Speeding), Probleme bei Grenzen, bei der Verschiffung des Motorrades – all dies kann dir schon mal einen oder mehrere Tage versauen. Das ist einer der Zeiten, wo es gut ist, wenn man zu Zweit unterwegs ist, denn dann lassen sich solche Situationen einfacher meistern.

Abzocke: An Orten, wo es viele Touristen gibt, kommt es oft zu einer Abzocke. Aber da man mit dem Motorrad ja meist abseits ausgetretener Touristenpfade unterwegs ist, vermeidet man dies meist.

 

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